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Trainingsplan Muskelaufbau

Der Trainingsplan für Muskelaufbau

Stelle dir dein Workout selbst zusammen

Kein Muskelaufbau ohne effektives Training – und kein effektives Training ohne Trainingsplan. Ob im Fitnessstudio oder zu Hause – stelle dir auf dieser Seite deinen eigenen Trainingsplan zusammen oder nutze einen unserer Muskelaufbau-Pläne. Produkte für deinen Muskelaufbau findest du direkt im Shop:

Mann hilft Frau beim Bankdrücken

Der von uns schon oft zitierte Kraft-Coach Mark Rippetoe schreibt in seinem Standardwerk „Starting Strength“:

„Schon bevor du überhaupt die Tür des Fitnessstudios öffnest, muss dir der gesamte Ablauf des Trainings klar sein: Welche Übungen wirst du machen? In welcher Reihenfolge wirst du sie machen? Mit wie viel Gewicht wirst du sie machen? Und wie wird das Training danach aussehen?“

Warum ist es so wichtig, sein Training so akribisch zu planen? Weil Muskelaufbau eine Anpassungsreaktion des Körpers an relativ große oder neue Belastungen ist. Wenn du mehr Muskelmasse aufbauen willst, musst du also sicherstellen, dass deine Muskeln permanent Anpassungsreaktionen vornehmen, was wiederum voraussetzt, dass sie permanent entsprechenden Belastungen ausgesetzt werden. Und das gelingt eigentlich nur mit einem Trainingsplan.

Noch nicht ganz klar, wie das mit den Anpassungsreaktionen abläuft? Dann stell dir vor, du hilfst deinen Eltern einmal im Jahr einen Tag lang bei der Gartenarbeit? Sicher bekommst du davon Muskelkater – unabhängig davon, ob du drei Mal die Woche Fußball spielst oder 20 Klimmzüge schaffst.

Dein Körper ist die Bewegungen, die man bei der Gartenarbeit ausführt (also diese Art der Belastung), nicht gewohnt. Einige Muskeln werden so stark ermüdet bzw. verletzt, dass der Körper das geschädigte Gewebe im Anschluss reparieren muss. Und weil dein Körper „denkt“, dass er dieser Art Belastung bald wieder ausgesetzt werden wird, fügt er auch noch etwas neues, zusätzliches Gewebe hinzu, um die offensichtlich defizitären Muskeln zu verstärken und auf die Zukunft vorzubereiten. Diesen Vorgang nennt man „Superkompensation“ bzw. nur auf das Muskelgewebe bezogen: „Hypertrophie“.

Schauen wir uns hingegen professionelle Gärtner*innen an: Arbeiten sie einen Tag lang im Garten deiner Eltern, passiert im Anschluss nichts dergleichen. Ihr Körper ist diese Art der Belastung gewohnt und hat sich – was Kraft, Ausdauer und Muskelmasse angeht – bereits angepasst. Würden sie ausdauernder bzw. stärker und muskulöser werden wollen, müsstne sich der oder die Gärtner*in eine schwerere Arbeit suchen.

Krafttraining zum Muskelaufbau ist also nichts anderes, als das Provozieren von kontinuierlichen und systematischen Anpassungsreaktionen des Körpers an Belastungen. Ein guter Trainingsplan stellt dabei sicher, dass die Belastungen genau so hoch sind, dass der Körper vor allem mit Muskelwachstum reagiert - und nicht hauptsächlich mehr Kraft oder Ausdauer entwickelt. Außerdem sorgt ein guter Trainingsplan für ausreichend Regenerationszeit, denn der Muskelaufbau findet während der Erholungsphase statt.

Außerdem immer wichtig: Versorge deine Muskeln mit ausreichend Eiweiß, zum Beispiel in Form von Proteinshakes. Sie unterstützen deine Muskeln und lassen sich bequem überall mithinnehmen. 

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Frau und Mann trainieren

Aber wann reagiert der Körper mit mehr Muskelwachstum bzw. genauer: Wie muss die Belastung, der man die Muskeln aussetzt, beschaffen sein, damit diese mit Wachstum reagieren? Oder anders ausgedrückt: Was muss bei einem guten Trainingsplan zum Muskelaufbau alles stimmen? Das schauen wir uns nun einmal peu à peu an.

Time under Tension

Unter „Time under Tension“ (TuT) versteht man die Zeitspanne, die ein Muskel unter Spannung steht. Nehmen wir als Beispiel einen Liegestütz: Sagen wir, die Abwärtsbewegung dauert 1 Sek., du hältst die unterste Position 1 Sek., brauchst für die Aufwärtsbewegung 1 Sek. und hältst dich auch im oberen Lockout 1 Sek. Eine Wiederholung dauert dann 4 Sek. Machst du 10 Wiederholungen, dauert ein Satz Liegestütze also 40 Sek. Das ist in diesem Fall die TuT des Brustmuskels.

Über die TuT lässt sich regulieren, auf welches Trainingsziel man primär hintrainiert:

  • Kraft: 5 – 30 Sek. TuT
  • Muskelaufbau: 30 – 60 Sek. TuT
  • (Kraft-)Ausdauer: Mehr als 60 Sek. TuT

Anhand der TuT und der Dauer einer einzelnen Wiederholung kann man die Wiederholungszahl schon berechnen, die man beim Muskelaufbau-Training pro Satz absolvieren sollte. Das Problem ist hierbei allerdings nicht nur, dass die empfehlenswerte TuT zwischen 30 und 60 Sekunden schwankt, sondern auch, dass es verschiedene Meinungen gibt, wie schnell oder langsam eine Wiederholung ausgeführt werden sollte.

So ergibt sich nur eine Spanne für die optimale Wiederholungszahl beim Hypertrophie-Training: 5 – 15.

Beim Hypertrophie-Training trainiert man mit: 85 - 65 % des 1RM,

also des Gewichts, mit dem man eine einzige saubere Wiederholung schafft (One-Rep Max). Wenn du also beispielsweise in der Beinpresse eine Wiederholung mit 100 kg schaffst, legst du für dein Muskelaufbau-Training 85 bis 65 kg auf.

Hier siehst du, wie im Krafttraining alle Parameter miteinander verknüpft sind. Denn mit Gewichten in dieser Höhe kommst du eben auf die notwendige TuT bzw. die empfohlenen Wiederholungszahlen.

Auch die optimale Satzzahl pro Übung lässt sich nicht auf einen einzigen Wert taxieren. Man kann nur sagen, je nach Trainingsplan, Methode und Niveau liegt sie zwischen 1 und 10.

Die wohl am häufigsten empfohlene Satzzahl für den Muskelaufbau ist aber wohl 3.

Und die nächste Unklarheit: Wie lange soll man zwischen den einzelnen Sätzen pausieren? Kurz: zwischen 30 Sekunden und ca. 3 Minuten.

Die Pausen sollten so lang sein, dass du beim anschließenden Satz wieder (fast) alle vorgegebenen Wiederholungen schaffst, aber deine Muskeln nicht die Chance haben, sich richtig zu erholen.

Um den Muskelaufbau optimal zu stimulieren, ist auch das Ausführungstempo der Übungen wichtig. Vor allem explosive oder ruckartige Bewegungen mit Schwung sind hier nicht zielführend. Das Tempo sollte sein: langsam bis zügig, dabei kontinuierlich.

Natürlich gibt es auch hier verschiedene Ansätze: Die einen propagieren eine zügige Ausführung mit höheren Gewichten, weil diese angeblich für den besten Muskel-Stimulus sorgen. Das beste Gegenargument: Wer zu zügig, aber dafür mit hohen Gewichten trainiert, wird schneller unsauber in der Ausführung – was nichts anderes heißt, als dass dem Zielmuskel durch andere Muskeln Arbeit abgenommen wird.

Und natürlich sollte auch immer an die eigene Gesundheit gedacht werden: Wer die Gewichte reduziert, die Übungen dafür aber langsam macht, kann nicht nur kontrollieren, dass die Bewegungen sauber bleiben, sondern schont auch seine Gelenke und die passiven Strukturen.

Regeneration für die Muskeln

Für die richtige Regerationszeit gibt es auch nicht die eine richtige Marke, denn sie ist von verschiedenen Faktoren abhängig:

Als Minimum gilt der berühmte „Tag Pause“ zwischen zwei Trainingseinheiten für denselben Muskel, der in Wahrheit eher zwei Tage Pause meint. Wird ein Muskel beispielsweise Montag trainiert, soll er Dienstag nicht trainiert werden, sondern erst Mittwoch wieder – ca. 48 Stunden später.

Solche Angaben sind aber mit Vorsicht zu genießen, zumal vor allem viele übermotivierte Anfänger*innen eher zu häufig trainieren. Generell gilt: Je stärker die Belastung ist, desto länger braucht der Körper zur Erholung.

Ein recht sicherer Indikator dafür, ob du ausreichend lange Pausen machst, ist neben dem (ausbleibenden) Muskelwachstum, die Kraftentwicklung: Wenn du die Trainingsgewichte nicht regelmäßig zumindest ein wenig erhöhen oder die Übungen auf andere Weise etwas erschweren kannst, konnte dein Körper offensichtlich keine Anpassungsreaktion vornehmen. Stimmt deine Ernährung, wird ihm wahrscheinlich die Zeit dafür gefehlt haben.

Im Zweifel ist es klüger, ein, zwei Tage länger Pause zu machen als ein, zwei Tage kürzer als der Trainingsplan empfiehlt. Denn die zusätzliche Muskelmasse und Kraft („Superkompensation“) wird erst einige Zeit nach dem Training aufgebaut, daraufhin aber nicht schlagartig wieder abgebaut.

Dazu mal ein Zahlenspiel, das veranschaulichen soll, wie der Muskelaufbau abläuft: Nehmen wir an, deine Muskelmasse hat vor einer Trainingseinheit den abstrakten Wert 1000. Durch das Training baust du nun erstmal Gewebe ab, sodass du kurz nach dem Training beim Wert 990 bist. Jetzt beginnt der Körper mit den Reparaturarbeiten.

Das heißt: Es dauert nun erstmal eine Zeit lang, bis du wieder beim Ausgangswert von 1000 bist. Und danach dauert es noch einmal, bis der Körper die Superkompensation komplett vollzogen und die ganze zusätzliche Muskelmasse aufgebaut hat, die er für nötig hält. Sagen wir, danach stehst du beim Optimalwert 1005.

Dein Ziel ist es logischerweise, am Peak des Muskelaufbaus nach einem Training wieder zu trainieren, denn dadurch machst du die größtmöglichen Fortschritte. Das Problem dabei ist, dass du nicht weißt, wann eine Superkompensation komplett abgeschlossen und der Peak erreicht ist.

Zwei Dinge gilt es aber auf jeden Fall zu vermeiden: Erstens willst du nicht erst dann wieder trainieren, wenn dein Niveau aufgrund von Inaktivität wieder auf den Wert 1000 oder darunter gesunken ist. Denn so kommst du nicht vom Fleck. Wenn du beispielsweise nur einmal pro Woche trainierst, wird dein Muskelaufbau wahrscheinlich nicht auf Trab kommen.

Zweitens willst du auf jeden Fall vermeiden, dass du schon wieder trainierst, bevor du überhaupt wieder über dein Ausgangsniveau hinausgekommen bist. Denn wenn du regelmäßig zu früh wieder reinhaust, baut das Training systematisch Muskeln ab – hier spricht man von "Übertraining".

Übertragen wir beide Fälle, den Optimalfall und Übertraining, auf unser fiktives Zahlenbeispiel fort, ergeben sich diese Zahlen:

Niveau Optimaler Fortschritt Übertraining

vor 1. Training:

1000

1000

nach 1. Training:

990

990

Superkompensation

Unterbrochene Superkompensation

vor 2. Training:

1005

995

nach 2. Training:

995

985

Superkompensation

Unterbrochene Superkompensation

vor 3. Training:

1010

990

nach 3. Training:

1000

980

Superkompensation

Unterbrochene Superkompensation

vor 4. Training:

1015

985

Was heißt das für die Praxis? Ein Beispiel: Nehmen wir an, du trainierst nach einem Ganzkörper-Trainingsplan Montag, Mittwoch und Freitag. Nun kommt eine Woche, in der du wie gewöhnlich Montag trainierst, mittwochs aber verhindert bist. Und am Wochenende kannst du generell nicht zum Sport. Was machst du?

Du solltest lieber nicht Montag, Dienstag und Freitag trainieren, sondern lieber in dieser Woche nur zwei Einheiten (Montag/Donnerstag o. Montag/Freitag o. Dienstag/Donnerstag o. Dienstag/Freitag) machen. Denn wenn du Dienstag trainierst, weißt du nicht, wie weit du dich schon regeneriert hast und riskierst, das Training von Montag wertlos zu machen.

In allen anderen Szenarien bist du hingegen safe: Die Superkompensation des ersten Trainingstages ist abgeschlossen und du bist keinesfalls schon wieder auf dein Ausgangsniveau oder darunter gesunken. Das heißt: Fortschritt garantiert!

Hier können wir uns kurzfassen: Die Übungen im Trainingsplan sollten so zusammengestellt sein, dass alle Muskelgruppen in ausgewogener Weise trainiert werden. Alles andere führt mittel- bis langfristig zu muskulären Dysbalance und damit zu gesundheitlichen Problemen.

Sind allerdings schon Dysbalancen vorhanden, sollte sich das natürlich im Plan widerspiegeln: Der relativ gesehen zu starke, verkürzte Muskel wird dann eine Zeit lang weniger oder gar nicht trainiert werden und der schwächere Gegenspieler wird entsprechend bevorzugt. In so einem Fall solltest du dich allerdings von Ärzt*innen, Physiotherapeut*innen oder erfahrenen Trainer*innen beraten lassen.

Ganzkörper-Training

Vor allem, aber nicht nur für Anfänger*innen eignet sich ein Ganzkörper-Trainingsplan sehr gut, um Muskeln aufzubauen.

Muskelaufbau zu Hause

Keine Lust aufs Fitnessstudio? Mit unseren Plänen für Anfänger*innen, Fortgeschrittene und Profis gelingt dir das Krafttraining auch zu Hause.

Schneller Muskelaufbau

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Frau mit nu3 Proteinshake

Muskelaufbau ist nicht für Männer reserviert (haben wir auch nie behauptet, oder?). Da stellt sich manchen Leserinnen bestimmt die Frage, wie dann ein Muskelaufbau-Trainingsplan für Frauen aussieht. Diese Frage ist schnell beantwortet: Genau wie einer für Männer!

Richtig gelesen – Frauen, die Muskeln aufbauen wollen, sollten die rosa Minihanteln aus dem Kursraum möglichst schnell vergessen und sich an Gewichte gewöhnen, die ihre Muskeln in Sätzen von 5 bis 15 Wiederholungen ermüden. Genau wie bei den Männern!

Und „ermüden“ heißt nicht, dass es sich bei Wiederholung 12 langsam unangenehm anfühlt und beginnt im Muskel zu brennen. Ermüden heißt, es brennt schon ab Wiederholung 7 oder 8 und die 12. Wiederholung gelingt gefühlt nur noch mit reiner Willenskraft. So sollte es zumindest im letzten Satz jeder Übung sein.

Wenn dazu die richtige Ernährung für Muskelaufbau sowie genügend Regeneration gewährleistet ist, bauen Frauen auch Muskeln auf – allerdings aufgrund ihres von Natur aus niedrigeren Testosteron-Levels nicht so stark wie Männer. Wenn du mehr zu dem Thema erfahren willst, lies dir doch mal unsere Seite dazu durch:

Wer schreibt hier?

 

Moritz Pohl hat in seiner Heimatstadt Köln Philosophie und Germanistik studiert und ist seit mehreren Jahren als Journalist und Online-Redakteur tätig. Bei nu3 schreibt er über Fitness und Ernährung, zwei Themen, die ihn als sportbegeisterten Vielfraß brennend interessieren. Nebenbei arbeitet er in Berlin als Personal Trainer und Ernährungsberater.

Moritz Pohl
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