D, Vitamin

Alternative Bezeichnungen: Cholecalciferol, Ergocalciferol, Calciferol

Was ist Vitamin D?

Vitamin D ist der Sammelbegriff für die Gruppe der Calciferole. Es zählt zu den fettlöslichen Vitaminen und kann als Hormon agieren. Man unterscheidet zwischen Vitamin D2 (Ergocalciferol), welches in pflanzlichen Lebensmitteln vorkommt und Vitamin D3 (Cholecalciferol), das in tierischen Lebensmitteln vorkommt. Der menschliche Körper ist in der Lage, bei Sonneneinstrahlung Vitamin D3 in Leber und Niere selbst zu bilden.

Für die Bedarfsdeckung sind je nach Alter und Hautfarbe rund 15 Minuten Sonnenlicht notwendig, wobei in Deutschland ausschließlich die Sommermonate eine ausreichende Strahlenintensität bieten. Deswegen sollte vor allem in den kühlen Monaten Vitamin D2 (Ergocalciferol) mit der Nahrung aufgenommen werden. Beide Vitamin-D-Formen werden im Fett- und Muskelgewebe gespeichert und über die Galle ausgeschieden. Allerdings ist die Absorptionsrate von Vitamin D2 deutlich geringer, sodass besonders in den Wintermonaten eine erhöhte Vitamin-D-Zufuhr über die Nahrung ratsam ist.

Wirkung und Funktion von Vitamin D

Vitamin D erfüllt zahlreiche Aufgaben im Organismus. So trägt es zu einem normalen Calciumspiegel im Blut bei und leistet einen Beitrag zur Erhaltung normaler Zähne und Knochen sowie zum Erhalten einer normalen Muskelfunktion. Darüber hinaus spielt Vitamin D auch für die normale Funktion des Immunsystems eine Rolle und es ist daran beteiligt, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen. Darüber hinaus hat es eine Funktion bei der Zellteilung.

Vitamin-D-Bedarf

Für die Bedarfsdeckung von Vitamin D gilt folgende Faustregel: 10 bis 20 Minuten direkte Sonnenbestrahlung auf Gesicht oder Hände produzieren 11 µg (440 IE) Vitamin D im Körper – vorausgesetzt, man hält sich um 12 Uhr mittags im Hochsommer ohne Sonnenschutz in der Sonne auf. Diese Menge reicht in der Regel für die Bedarfsdeckung eines Menschen aus, wenn man die Zufuhrempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) zu Grunde legt. Da die Strahlenintensität je nach Jahreszeit schwankt, wird im Winter kaum Vitamin D über die Sonne aufgenommen, was bedeutet, dass der über die Ernährung zu deckende Vitamin-D-Bedarf steigt. Besonders Senioren weisen einen erhöhten Bedarf auf, da mit zunehmendem Alter die Biosynthese von Vitamin D3 nachlässt.

In der nachfolgenden Tabelle sind die Zufuhrempfehlungen der DGE für Vitamin D dargestellt. Diese beziehen sich auf den Erhalt eines 25(OH)-D3-Serumspiegels von über 30 nmol/l (> 12ng/ml).


Empfehlungen der DGE für Vitamin D nach Lebensalter

Alter

Vitamin D bei fehlender endogener Synthese

in µg/d

0 bis unter 12 Monate

10

1 bis 65 Jahre

20

ab 65 Jahre

20

Schwangere und Stillende

20


Vitamin D in Lebensmitteln

Nur wenige Lebensmittel enthalten Vitamin D in ausreichender Menge. Lebertran, fette Fische, wie Hering und Makrele, oder angereicherte Margarine sind natürliche Vitamin-D-Quellen. Gegenüber Lagerung und Hitze ist das Vitamin relativ stabil, es ist jedoch sehr licht- und sauerstoffempfindlich.

Gute Vitamin-D-Quellen sind vor allem das Leberöl von Thunfisch (1000 µg/100 g), Hering (3500 µg/100 g) und Heilbutt (3000 µg/100 g). Des Weiteren enthalten besonders Herings- (26 µg/100 g) und Lachsfleisch (16 µg/100 g) mehr Vitamin D als andere tierische und pflanzliche Lebensmittel (Zum Vergleich: Champignons 1,9 µg/100 g; Schmelzkäse 3,1 µg/100 g; Ei 1 µg/100 g).

Vitamin-D-Mangel und -Supplementierung

Die Ursachen eines Vitamin-D-Mangels sind vor allem unzureichende Sonneneinstrahlung (z. B. durch Winterzeit, Gruben- oder Nachtarbeit, stationäre Langzeitaufenthalte im Krankenhaus) oder eine verminderte Vitamin-D-Absorption über die Haut. So kann bereits eine Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 8 die Vitamin-D-Absorption blockieren. Bei dunkelhäutigen Personen reicht die Sonneneinstrahlung in Deutschland nicht zur Bedarfsdeckung aus, da sie wie ältere Menschen eine verminderte Absorption aufweisen. Und auch die geographische Lage wirkt sich auf die Vitamin-D-Versorgung aus, da die Sonneneinstrahlung im Norden geringer ist als im Süden. Außerdem neigen Vegetarier aufgrund ihres mangelnden Fleisch- und Fischkonsums zu einer Vitamin-D-Unterversorgung.

Zusätzlich können auch physiologische Ursachen die Bildung von Vitamin D minimieren. Personen mit einer Fettverdauungsstörung (Malabsorption), einer chronischen Leber- und Gallenblasen-Erkrankung, Nierenleiden, Zöliakie, Morbus Crohn, Osteoporose oder Adipositas (BMI ab 30) und Schwangere sind deshalb Risikogruppen für einen Vitamin-D-Mangel. Längerfristige Medikamenten-Einnahme (z.B. Phenytoin, Carbamazepin) kann außerdem eine Unterversorgung hervorrufen.

Ein Vitamin-D-Mangel äußert sich bei Kindern in Form von Rachitis (Mineralisierungsstörung des Skeletts). Bei Erwachsenen tritt als Mangelsymptom die Osteomalazie (Knochenerweichung) auf. Hierbei treten unter anderem Skelettdeformierungen, Frakturen, Muskelschwäche und Wachstumsretardierungen auf. Ein gestörtes Immunsystem, Autoimmunreaktionen, erhöhter Blutdruck, Ohrensausen, Gehörverlust und ein erhöhtes Risiko für Dickdarm- und Brustkrebs können außerdem mögliche Folgen eines Vitamin-D-Mangels sein. Osteoporose, der Abbau der Knochensubstanz, ist eine weitere mögliche Folge.

Zur Prävention eines Vitamin-D-Mangels werden deshalb eine tägliche Sonnenbestrahlung und der Konsum Vitamin-D-reicher oder -angereicherter Lebensmittel empfohlen. Risikogruppen sollten Vitamin D dagegen gezielt supplementieren. Ob ein Vitamin-D-Mangel vorliegt und das Auftreten eines oder mehrerer der oben genannten Symptome hierdurch bedingt ist, kann jedoch in jedem Einzelfall nur der behandelnde Arzt feststellen.

Da eine überhöhte Aufnahme toxisch wirken kann, sollten hoch dosierte Supplemente nur nach ärztlicher Indikation eingenommen werden. Eine langfristige Aufnahme von über 100 µg (4000 IE) pro Tag kann zu einer Vitamin-D-Überversorgung (Hyperkalzämie/Hypercalcämie) mit Nierensteinen und/oder -versagen führen, weshalb das Vitamin nicht unkontrolliert eingenommen werden sollte.


Dieser Artikel dient ausschließlich zu Ihrer Information, stellt keine produktbezogenen Aussagen dar und dient keinem werblichen Zweck. Unsere Beiträge werden auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse ständig aktualisiert.