Tocopherol

Alternative Bezeichnung: Vitamin E

Was ist Tocopherol?

Vitamin E zählt zu den fettlöslichen Vitaminen mit antioxidativer Funktion. Der Name Vitamin E ist ein Sammelbegriff für Tocopherole und Tocotrienole. Man unterscheidet zwischen alpha-Tocopherol, welches das am häufigsten vorkommende natürliche Vitamin E ist, beta-, gamma- und delta-Tocopherol. Diese Formen kommen natürlicherweise in der Nahrung vor und weisen unterschiedliche Funktionen auf. Synthetisches Tocopherol besitzt eine andere chemische Struktur, weshalb seine biologische Aktivität zwei- bis dreifach geringer ist als die von natürlichem Tocopherol.

Tocopherol wird bei der Fettverdauung im oberen Dünndarm absorbiert und sowohl im Fettgewebe als auch in der Muskulatur gespeichert. Es besitzt eine Halbwertszeit von 48 Stunden, sodass der Körper täglich 50 Prozent des Tocopherol-Pools aufbraucht.

Tocopherol: Funktion und Bedarf

Im menschlichen Organismus trägt Vitamin E zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress bei. In der nachfolgenden Tabelle sind die Zufuhrempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für Vitamin E nach Lebensalter dargestellt. Bei einer Ernährung mit hohen Mengen an mehrfach ungesättigten Fettsäuren steigt jedoch der Bedarf an Vitamin E und C. Aber auch erhöhter oxidativer Stress (durch intensiven Sport, Rauchen oder erhöhten Alkoholkonsum) und eine verschlechterte Vitamin-C- bzw. Selenzufuhr erhöhen den Bedarf an E-Vitaminen. Bei bestimmten Lebens- und Ernährungsweisen kann der Vitamin-E-Bedarf ebenfalls erhöht sein.


Zufuhrempfehlungen der DGE für Tocopherol nach Lebensabschnitt

Alter

Zufuhrempfehlungen in mg-Tocopherol-Äquivalenten pro Tag

 

m

w

0 bis 4 Monate

3

3

4 bis 12 Monate

4

4

1 bis 4 Jahre

6

5

4 bis 7 Jahre

8

8

7 bis 10 Jahre

10

9

10 bis 13 Jahre

13

11

13 bis 15 Jahre

14

12

15 bis 25 Jahre

15

12

25 bis 51 Jahre

14

12

51 bis 65 Jahre

13

12

ab 65 Jahre

12

11

Schwangere

/

13

Stillende

/

17


Tocopherol in Lebensmitteln

Einen hohen Gehalt an Tocopherol weisen vor allem pflanzliche Öle, aber auch Nüsse und Getreidekeime auf. Tocopherol-Äquivalente sind vor allem im Weizenkeimöl (174 mg pro 100 g) enthalten. Aber auch Sonnenblumen-, Oliven- und Distelöl, Hasel- und Erdnüsse sowie Tomatenkonzentrat sind äußerst Tocopherol-reiche Lebensmittel (über 9 mg pro 100 g).

Bei der Verarbeitung von Lebensmitteln verhält sich das Vitamin relativ stabil. Da es fettlöslich ist, sollte allerdings der Einfluss von Sauerstoff beachtet und wiederholtes Erhitzen vermieden werden. Der Gehalt an Tocopherol in Lebensmitteln variiert nach Jahreszeit, Lagerung und Verarbeitung bis zu einem Faktor von fünf. Es sollte außerdem beachtet werden, dass der Tocopherol-Gehalt der Nahrung durch Hitze, Oxidation, Licht und extreme Kälte (Tiefkühlen) schnell reduziert wird und deshalb größere Mengen vitaminhaltiger Lebensmittel zur Bedarfsdeckung notwendig sind.

Tocopherol-Mangel und Supplementierung

Mangelerscheinungen treten heute eher selten auf, am ehesten bei chronischen Erkrankungen von Magen und Darm oder bei Störungen in der Fettverdauung. Der Tocopherol-Gehalt in hochverarbeiteten Lebensmitteln ist stark reduziert, weshalb die Aufnahme über die Nahrung eingeschränkt sein kann.

Mit zunehmendem Alter nimmt die Zeit von der Entstehung eines Mangels bis zum Auftreten von Mangelsymptomen zu, sodass die Latenzzeit im höheren Alter mehrere Jahre betragen kann. Frühzeichen werden allerdings in einer verminderten oder fehlenden Reflexbereitschaft (Hypo- oder Areflexie) deutlich. Fortschreitend können unter anderem Muskel-(Myopathie) und Netzhauterkrankungen (Retinopathie) sowie Augenmuskellähmungen (Ophtalmoplegie) auftreten.

Ob die geschilderten Symptome im Zusammenhang mit einem Tocopherol-Mangel stehen, kann in jedem Einzelfall nur der behandelnde Arzt entscheiden. Bei nachweislichen Mangelerscheinungen werden bis zu 100 Gramm Tocopherol supplementiert und eine tocopherolreiche Ernährung empfohlen, wobei eine Zufuhr von bis zu 800 Milligramm Tocopherol pro Tag nicht überschritten werden sollte.

Bei der Supplementierung von Tocopherol ist außerdem darauf zu achten, dass vor allem natürliches Tocopherol zugeführt wird. Es weist eine höhere Bioverfügbarkeit auf, sodass es vom Körper besser absorbiert werden kann. Außerdem sollte auf eine ausgewogene Mischung der verschiedenen Tocopherole und Tocotrienole (Vitamin-E-Formen) geachtet werden.


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