K, Vitamin

Was ist Vitamin K?

Vitamin K ist ein fettlösliches Vitamin und wird in drei Formen unterteilt. Pflanzen sind dabei in der Lage Vitamin K1 (Phyllochinon; Phytomenadion) zu bilden, wohingegen Vitamin K2 durch Mikroorganismen hergestellt wird, die sich zum Beispiel im menschlichen Darm befinden. Vitamin K3 (Menadion) ist eine synthetisch-künstliche Form, die aufgrund schädlicher Nebenwirkung nur noch selten Anwendung findet. Nach der Aufnahme von Vitamin K1 wird es im Dünndarm mit einer Rate von 20 bis 70 Prozent absorbiert, in die Leberzellen aufgenommen und gespeichert. Die Plasmakonzentration von Vitamin K1 beträgt dabei 0,3 bis 1 Nanogramm (ng) pro Milliliter Blut.

Wirkung und Funktion von Vitamin K

Vitamin K erfüllt im menschlichen Organismus zwei wichtige Funktionen. Es hält zum einen den Vorgang der Blutgerinnung im Gleichgewicht, indem es den Gerinnungsvorgang sowohl fördern als auch hemmen kann. Zum anderen ist Vitamin K ein entscheidender Bestandteil des Knochenstoffwechsels, wo es vor allem in schnell wachsenden Knochenpartien nachweisbar ist. Dort ist es höchstwahrscheinlich an der Knochenmineralisation beteiligt, wobei es die Wirksamkeit des Proteins Osteocalcin beeinflusst. Auch die Produktion bestimmter Proteine, die eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Arteriosklerose (Gla-Protein) oder bei der Regulation des Zellwachstums (Gas-6-Protein) übernehmen, ist von Vitamin K abhängig.

Vitamin-K-Bedarf

Der Bedarf an Vitamin K für den menschlichen Organismus kann aufgrund der darmeigenen Vitamin-K-Produktion nicht genau bestimmt werden, sodass die folgenden Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) auf Schätzungen beruhen. Die DGE geht davon aus, dass die durchschnittliche Zufuhrmenge für Männer bei 280 Mikrogramm (µg) und für Frauen bei 300 Mikrogramm pro Tag liegen, was die Empfehlungen der DGE deutlich überschreitet.
Es sollte jedoch beachtet werden, dass der Vitamin-K-Bedarf im Säuglingsalter sowie bei älteren Menschen oftmals erhöht ist und es so individuell zu Mangelerscheinungen kommen kann. Auch eine Ernährungsumstellung und die Einnahme von Medikamenten (z. B. Antibiotika, Antikonvulsiva) kann den Bedarf für Vitamin K erhöhen. Ernährungsmedizinische Dosierungen liegen dabei zwischen 30 und 100 Mikrogramm pro Tag.

Zufuhr-Schätzwerte der DGE für Vitamin K

Lebensabschnitt Zufuhrempfehlungen in µg/Tag
m w
0 bis 4 Monate 4 4
4 bis 12 Monate 10 10
1 bis 4 Jahre 15 15
4 bis 7 Jahre 20 20
7 bis 10 Jahre 30 30
10 bis 13 Jahre 40 40
13 bis 15 Jahre 50 50
15 bis 51 Jahre 70 60
ab 51 Jahre 80 65
Stillende ab dem 4. Monat und Schwangere - 60

Vitamin K in Nahrungsmitteln

Der Vitamin-K-Gehalt der Lebensmittel ist äußerst variabel und abhängig von der Jahreszeit, der Analysetechnik und dem Reifegrad der Pflanzen. Gegen Hitze und Sauerstoff ist das Vitamin sehr stabil, wohingegen es unter UV-Einfluss rasch zerstört wird.
Die besten tierischen Vitamin-K-Quellen stellen Hühnerleber (590 µg/100 g), Hühnerfleisch und Rinderleber (300 µg/100 g) sowie fettfreies Rindfleisch (210 µg/100 g) dar. Zu den effektivsten vegetarischen Quellen werden hingegen Petersilie (790 µg/ 100 g), Blattspinat (360 µg/100 g), Grünkohl (220 µg/100 g) und Kopfsalat (133 µg/100 g) gezählt. Aber auch Sauerkraut (90 µg/100 g), Rosenkohl (80 µg/100 g) und Speisequark (bis zu 50 µg/100 g) sind gute Vitamin-K-Quellen.

Vitamin-K-Mangel und -Supplementierung

Aufgrund der hohen Zufuhrmengen und der körpereigenen Vitamin-K-Synthese durch die Darmbakterien ist ein Vitamin-K-Mangel bei gesunden Personen sehr selten. Eine Einnahme von Medikamenten und Krankheiten des Darms nehmen vor allem mit steigendem Alter zu, wodurch die Darmflora gestört wird. Vitamin-K-produzierende Bakterien werden dabei an der Syntheseleistung gehemmt oder gänzlich zerstört, sodass es zu Mangelzuständen kommen kann.
Auch Säuglinge weisen noch keine ausgeprägt Darmflora auf und erhalten über die Mutter- bzw. Säuglingsmilch nur unzureichende Mengen an Vitamin K. Deshalb werden ihnen regelmäßige Vitamin-K-Dosen beim Kinderarzt verabreicht.
Ein Vitamin-K-Mangel hat zur Folge, dass die Synthese der Blutgerinnungsfaktoren gestört wird, wodurch es zu zahlreichen kleinen Blutungen im Körper und Gehirn kommen kann. Besonders betroffen sind dabei die Regionen des Magen-Darm-Traktes, der Lunge, Leber und Nebennieren. Aber auch im Bereich der Augen sowie der (Schleim-) Haut können Blutungen auftreten.
Behandelt wird ein Mangel in der Regel durch eine Vitamin-K-reiche Ernährung und einer Supplementierung des Vitamins in ernährungsmedizinischem Dosierungsbereich.