Carnitin

Alternative Bezeichnungen: Carnitin, Karnitin

Freiname: Levocarnitin

Was ist Carnitin?

Carnitin ist eine Carboxylsäure, die aus den Aminosäuren Lysin und Methionin in der Leber gebildet wird. Der Carnitin-Gehalt im Körper liegt bei 20 bis 25 Gramm, wobei sich der Großteil in den Herz- und Skelettmuskeln verteilt. Trotz der Eigensynthese im menschlichen Organismus muss Carnitin unter bestimmten medizinischen Bedingungen mit der Nahrung aufgenommen werden.

Carnitin-Bedarf und Zufuhrempfehlungen

Da der Bedarf an Carnitin in der Regel durch die Eigensynthese gedeckt wird, hängen die Zufuhrempfehlungen für exogenes Carnitin von der Intensität dieser Syntheseleistung ab und sind je nach Individuum sehr unterschiedlich. So variieren auch die Empfehlungen für die Gabe von L-Carnitin als Nahrungsergänzung je nach Einzelfall zwischen 1 und 3,5 Gramm pro Tag.

Carnitin in Nahrungsmitteln

Carnitin ist besonders in Fleisch (-produkten), wie Schaf (210 mg/100 g), Rind (70 mg/100 g) und Schwein (30 mg/100 g) enthalten. Im Durchschnitt nehmen Personen, die sich mit Mischkost ernähren, etwa 32 Milligramm Carnitin pro Tag auf.

Vegetarier nehmen täglich hingegen nur etwa zwei Milligramm Carnitin mit der Nahrung auf, weil pflanzliche Lebensmittel, wie Tomaten (2,9 mg/100 g), Birnen (2,7 mg/100 g) oder Erbsen (1,2 mg/100 g) im Durchschnitt einen sehr geringen Carnitin-Gehalt aufweisen. Andere pflanzliche Lebensmittel (z. B. Mohrrüben, Kartoffeln) enthalten wiederum gar kein Carnitin.

Da Carnitin eine wasserlösliche Substanz ist, können während des Kochprozesses gravierende Carnitin-Verluste auftreten.

Carnitin-Mangel und Supplementierung

Ein Carnitin-Mangel ist in einer verminderten Eigensynthese aufgrund einer genetischen Dysfunktion oder in der Beeinträchtigung der Leberfunktion begründet. Aber auch ein gestörter Carnitintransport in den Zellen, ein Vitamin-C-Mangel, Medikamente (z. B. Antiepileptika) und einseitige Diäten begünstigen eine L-Carnitin-Unterversorgung.

Ernährungsmedizinisch werden je nach Höhe des Mangels bis zu 500 Milligramm Carnitin verabreicht. Bei der Supplementierung sollte jedoch beachtet werden, das reines L-Carnitin verabreicht wird, da eine Verunreinigung mit D-Carnitin die Wirkung von L-Carnitin mindert. Außerdem sollten Tagesdosen über vier bis fünf Gramm vermieden werden, da Nebenwirkungen wie Durchfälle (bei D-Carnitin zusätzlich Muskelschwäche) auftreten können.


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